25. Januar 2011

DJK-Bundesjugendtag 2011: Schweigen ist feige – erkennen, entscheiden, einmischen

Bischof Dr. Stephan Ackermann im Dialog

„Schweigen ist Feige“, so lautete das Motto des diesjährigen DJK-Bundesjugendtages in Oberwesel. Dieses Thema sollte ein Aufruf an die Verantwortlichen der DJK-Sportjugend sein, um sich einmal mit Fragen, Themen und Problem auf allen Ebenen auseinander zusetzten. Nahezu alles wurde an- und ausgesprochen. Dabei half eine neue Arbeitsweise, die „Open-Space“-Methode, um mit Personen auf neuen Wegen ins Gespräch zu kommen.

Das Friedengebet als stimmungsvoller Tagesausklang auf der Flaggenwiese

Nachdem die Delegierten eingecheckt hatten und mit einem alkoholfreien Begrüßungscocktail der Kampagne „alkoholfrei Sport genießen“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) empfangen wurden, hatten sie die Möglichkeit durch Speed-Dating (schnelles Kennenlernen) sich erstmals zu begegnen. Hierbei saßen sich immer zwei Teilnehmer gegenüber, die sich einander Fragen stellten. Dabei hatten sie Möglichkeit auf sehr amüsante Fragen zurück zu greifen oder sich eigene Fragen auszudenken. Nach fünf Minuten rückte jeweils eine Person einen Stuhl weiter, um möglichst viele Konferenzteilnehmer kennen zu lernen.

Alice Waldeit (DV Essen) wurde anschließend in offener Wahl von den 61 Delegierten einstimmig gewählt. Die 21-jährige tritt damit, nach einem Jahr Vakanz, die Nachfolge von Astrid Markmann als Bundesjugendleiterin an. Ebenfalls einstimmig wurde Lena Jansen (DV Aachen) zu ihrer Stellvertreterin gewählt. Mit diesen Ergänzungswahlen wurde die geschäftsführende Bundesjugendleitung, zu denen noch der Bundesjugendleiter Michael Leyendecker und sein Stellvertreter Daniel Schnack (DJK Ochtendung/DV Trier) gehören, komplettiert. Jette Menzel (DV Limburg) wurde als Beisitzerin hinzu gewählt. Damit besteht die DJK-Bundesjugendleitung nun aus sieben gewählten und zwei beratenden Mitgliedern.

Als Tagesausklang hatte die Diözesanjugendleitung Trier gemeinsam mit der DJK-Sportjugend Oberwesel ein Friedensgebet vorbereitet, das in historischer Kulisse rund um das Jugendgästehaus und die Schönburg verlief. Die Teilnehmer durchliefen drei Stationen bei denen das Thema „Feuer“ das zentrale Anliegen darstellte. Begleitet mit Saxophon wurden Gebet und Impulse vorgetragen. Im Anschluss wurden Wünsche der Teilnehmer an das Wochenende notiert und den Flammen eines Lagerfeuers übergeben. Das Lied „Einer hat uns angesteckt“ beendete diesen stimmungsvollen Tagesausklang.

„Oberwesel entdecken und erleben“ war das Motto am nächsten Tag. In der Liebfrauenkirche bestaunten die Delegierten den prachtvollen Goldaltar und lauschten anschließend den Klängen der Orgel, bevor sie in der Turnhalle ihre Teamfähigkeit an vielen Kooperationsspielen ausprobierten, über eine Slackline balancierten oder Übungen mit dem Flexibar erlebten. Natürlich standen auch die Sehenswürdigkeiten von Oberwesel im Mittelpunkt, die den Teilnehmern durch Stadtführer nahe gebracht wurden. So ging es zum Kloster, zum Hufeisen auf dem Marktplatz, zum Roten Turm und über die begehbare Stadtmauer.

Nach einer kleinen Stärkung mit Kaffee und leckerem Kuchen fanden sich die Teilnehmer wieder in der Liebfrauenkirche ein, um mit dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann und Weihbischof Jörg Michael Peters gemeinsam einen Jugendgottesdienst zu feiern. Es war ein wirklich schöner Gottesdienst in dem sich alles um das Motto des DJK-Bundesjugendtages „Schweigen ist Feige – erkennen, entscheiden, einmischen“ drehte. Die DJK-Sportjugend aus Oberwesel führte hierzu ein Anspiel vor, in dem ein Junge ausgegrenzt und diskriminiert wurde und zwei Mädchen endlich den Mut hatten einzuschreiten und mit dem Jungen gemeinsam zu spielen, um ihn in ihre Clique aufzunehmen. Bischof Stephan griff den Gedanken auf und machte der Gemeinde Mut hinzuschauen und in brenzligen Situationen einzugreifen und nicht wegzuschauen oder einfach zu schweigen. Zwei Bewegungsimpulse mit dem Fallschirm und die musikalische Begleitung durch den Jungen Chor „Carduelis“, unter der Leitung des Regionalkantor Lukas Stollhof (Oberwesel), lockerten den Gottesdienst auf.

Doch damit nicht genug, das eigentliche Highlight des dreitägigen DJK-Bundesjugendtages war das Festbuffet und das anschließende Gespräch mit Bischof Dr. Stephan Ackermann. Sympathisch, glaubwürdig und offen präsentierte sich der Bischof im direkten Kontakt mit den Delegierten. Sichtlich angetan von der guten Atmosphäre verabschiedete er sich zu später Abendstunde mit guten Gedanken und Erinnerungen Richtung Trier.
Im Rahmen des DJK-Bundesjugendtages in Oberwesel stellte er sich für ein Gespräch mit Rainald Kauer, dem Jugend- und Bildungsreferent der DJK im Bistum Trier zur Verfügung. Dabei wurde das jugendliche Publikum in den Dialog eingebunden und Fragen gerne aufgegriffen. Eine Stunde erlebten die Anwesenden einen Bischof, der aufmerksam zuhörte und ein hohes Maß von Glaubwürdigkeit und Authentizität mit seinen Antworten ausstrahlte.
In diesem Zusammenhang erlebte Bischof Stephan die Vorführung einer Video-Clip-Dance-Gruppe der DJK Rheinwacht Oberwesel, die ihm ihr Engagement im Tanzen eindrucksvoll demonstrierten. Dass die DJK für die Kirche die Chance eröffnet Menschen zu erreichen, die scheinbar weit entfernt von Kirche stehen, das unterstrich er. „Wir müssen für Seiteneinsteiger offen sein und diese integrieren“, da kann die DJK in ihren 85 DJK-Sportvereinen im Bistum Trier einiges leisten, auch wenn man die Ergebnisse nicht so konkret beschreiben kann. “Ich weiß nicht, ob eine Mitgliedschaft in der DJK mich nachhaltiger in das Bischofsamt geführt hätte“.

Eine Tanzdarbietung der Stadtsoldaten aus Oberwesel, eine Tanzformation junger Frauen der Kolpingfamilie und der DJK, entführte Dr. Stephan Ackermann nochmals an die Wurzeln der Arbeit in den DJK-Sportvereinen. Sichtlich gut gelaunt und angetan von seinen Begegnungen in Oberwesel versprühte er ein Bild eines Bischofs, das sich viele Anwesende wünschen: ein offenes Ohr für die Menschen, eine Wertschätzung, die Sympathie und Dialog auslöst und eine Glaubwürdigkeit, die Verständnis füreinander bewirkt. Bischof Stephan hat überzeugt und seine Aussage „Bischöfe sollten sich nicht zu wichtig nehmen“, machte ihn sympathisch.

Der abschließende Konferenztag war geprägt durch die Zusammenfassung der Ergebnisse der Open-Space-Phase sowie der Reflektion des Wochenendes. Natürlich kam der Dank an die ausrichtende DJK-Sportjugend Oberwesel und an die DJK-Diözesanjugendleitung Trier nicht zu kurz, denn schließlich wurde mit großem Aufwand und Engagement sowie viel Herz ein besonderer DJK-Bundesjugendtag umgesetzt. Mit der herzlichen Einladung für den DJK-Bundesjugendtag 2012 nach Passau endeten die drei herrlichen Tage in Oberwesel.

An dieser Stelle nochmals Dank an alle, dies möglich gemacht haben, diese tolle Veranstaltung zu realisieren!

Zurück



Quelle: http://www.www.djk-oberwesel.de/699-0-DJK-Bundesjugendtag-2011-Schweigen-ist-feige--erkennen-entscheiden-einmischen.html